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Hippo und Co.

 

Nach einer guten halben Stunde Fahrt steuerten die Reiselustigen einen 

Parkplatz in der Botanik an. 

Numu gestikulierte. „Pause jetzt. Essen. Alle eben mal relaxed schnell 

aussteigen.“ 

Unsere Truppe folgte brav der Anweisung. 

„Hier voll ökologische Busch-Toiletten. Ladys nach 30 Meter links, Gentle- 

men nach 30 Meter rechts abbiegen. Toilettenpapier bei mir mal eben 

schnell abholen.“ 

Es bildete sich eine kleine Schlange.

Dabei hob Numu eine Rolle recyclebares Klopapier in die Höhe und 

deutete mit der anderen Hand in Richtung Gebüsch. Die Damen nah-

men skeptisch das WC-Papier und im Kollektiv wackelten sie Richtung 

Gestrüpp. Also nach links. Schalke-Manne, 50Cent und Uwe begaben 

sich nach rechts.

Konteh öffnete eine Kühltruhe und Numu packte Pariser-Brot aus. Dazu 

Gläser mit Erdbeer-Rhabarbermarmelade von Schwartau. Fast gefrorene 

Butter steckte in dem Logo mit dem bekannten grünen Kleeblatt auf golde-

ner Alufolie. Fertig. 

Nachdem alle eine Essposition im Freien eingenommen hatten, erläuterte 

Numu: „Letzte Station für Pipi oder stinkender Haufen zu kacken, bevor 

wir eben auf unser Traumschiff walken. Mit einer Reisegruppe aus Italia 

werden wir dann very relaxed den Gambia-River hochschippern. Vielleicht 

sehen wir Nilpferde oder genauer gesagt Hippo und Krokodile. Danach 

zum Baobolong Camp, wo wir traditionell essen und übernachten werden. 

Vor dem Schlafen ist noch Show-Time.“ 

Einen Glücklichen durfte sich jemand nennen, der ein Schweizer- oder 

Bowiemesser oder eine Stihl-Motorsäge bei sich hatte und die Butter 

in brauchbare Stücke zersägen konnte. Mit den angebotenen Plastik-

messern ein Ding der Unmöglichkeit.

Gegen Mittag erreichte die Gruppe den Ablege-Steg für die Boote. Kleine 

Touribusse standen herum. Unmengen von einheimischen Kindern um-

kreisten die bereits dort anwesenden Weißen wie keifende Hyänen. Der 

Grund war schnell erkannt. Hier geilten sich unsere italienischen Mitrei-

senden mit einem Heidenspaß daran auf, die eingeborenen Kinder mit 

Menties auf Trab zu halten. 50Cent  (ein pubertierender Jugendlicher

aus dem Ruhrpott) zeigte ungläubig mit ausgestrecktem 

Arm auf das Treiben der Italiener und sagte ganz laut: „Numu, die Itaker 

dürfen doch gar nicht die Kindkes da mit Menties füttern.“ 

„Nein, es ist unanständig, Kinder mit Menties zu füttern, aber da kann 

man halt nicht viel unternehmen gegen Dummheit und Uneinsichtigkeit 

von Menschen.“ 

Numus Gruppe wechselte von dem Kleinbus auf ein hölzernes Boot. Da 

die Italiener weiter ihrer geselligen Beschäftigung nachgingen, nutzten 

Martin und Co. die Gunst der Stunde, machten sich vor den Italienern auf 

dem Boot breit und sicherten sich so die Premiumplätze. Die Holzboote 

waren überdacht und die Bänke entlang der Bootsreling angebracht. In 

der Mitte stand ein rechteckiger Tisch und eine kleine Bar versprach Ge-

tränke. Der freundliche Capitano befand sich am Heck und lenkte wohl 

demnächst mit einem abenteuerlich zusammengesägten Ast als Holz-

ruder das Boot. Martin musste bemerken, dass dies nicht besonders ver-

trauenerweckend aussah. Wenn man diese Gestalt von Steuermann so 

ansah, drängte sich der Eindruck auf, dass er vor kurzem niederländische 

Gäste umhergeschippert haben musste. Sponsor Rabo-Bank. Sein blaues 

Base-Cap und sein weißes T-Shirt trugen weit sichtbar die Attribute dieses 

Finanzdienstleisters. Sauber sah der Bursche aus. Das war erstmal nicht 

schlecht. Nur wenn er lachte, zeigten sich in seinen Zahnreihen deutliche 

Defizite und seine trüben, verschleierten Augen deuteten entweder auf 

eine Tropenkrankheit oder auf übermäßigen Alkoholkonsum hin. Das war 

wiederum nicht so gut. „Beste“ Voraussetzungen für eine Bootsfahrt, die 

mehrere Stunden gehen sollte. 

Martin winkte dem Gesellen zu und fragte: „All okay?“ 

Als Antwort hob dieser eine Büchse Bier in die Höhe, prostete Martin zu, 

säuselte „Okay, man. It’s all okay“, schlabberte das Bier aus, zerknüllte 

anschließend die Blechdose und pfefferte das Ding in einen vor ihm ste-

henden Plastikeimer.

Nun gesellten sich der Reihe nach die Italiener recht gemütlich mit einem 

nimmer aufhörenden Geschnatter zu uns. 

Alle waren durchweg tropentauglich mit Jack-Wolfskin-Klamotten ausge-

stattet und verteilten sich auf die restlichen Flächen des Bootes.

Jack-Wolfskin-Outdoor-Bekleidung, der Renner schlechthin. Ob bei uns in 

Deutschland oder sonst wo. Jack Wolfskin vereint die Menschen. Selbst 

sonst nicht befreundete Gruppierungen finden im Outdoor zueinander. 

Egal ob politisch andersdenkend, Kapitalisten oder das arbeitende Volk. 

Intellektuelle oder Konservative, Schlaue oder Dumme, Fette oder Dünne. 

In einem sind sie sich alle einig. Der anspruchsvolle Outdoorler, der meint, 

meganaturverbunden zu sein, uniformierte sich allzu gerne freiwillig zu 

einem neuen Kosmopoliten, dem Jack-Wolfskin-Gutmenschen. So wan-

dern, schwitzen oder zeigen sich die Freizeit-Pazifisten nun mit ihren 

schweineteuren Fleece- oder Ultralighthosen/Jacken/Mützen/Geldbörsen/

Unterhosen/Socken an allen Orten der Welt, um nach einer ultragefährli-

chen, abenteuerlichen Tour den coolen Longdrink an der Bar gemein-

schaftlich unter dem Zeichen der Pfote zu erheben und sich zuzuprosten, 

was für ungewöhnliche Individualisten man doch sei.

Eben noch eine Diskussion über die Schuluniform der gambianischen

Schulkinder vehement als Eingriff in die Privatsphäre ablehnend führend,

formierten sich diese mit Zeigefinger deutenden, ach so schlauen Freizeitaussteiger

willig unter der Flagge von Jack Wolfskin. Respekt vor den Werbeverantwortlichen 

dieses Outdoor-Bekleidungsausstatters, der diese Marke als charisma-

tisches Einheitsprodukt hervorzauberte.

„Partnerlook passend wie unsere Batzis“, meinte Brigitte. 

Der Guide der italienischen Gruppe und Numu tuschelten miteinander. 

Ein Zeichen an den Steuermann von Numu, und das Boot legte in einer 

bläulich-stinkenden Dunstwolke aus dem rostigen Auspuff ab. 

Nachdem alle das Ablegemanöver unseres Bootes interessiert mitverfolgten,

reichten unsere Reisebegleiter aus der Kühlbox temperierte Getränke. 

Die deutsche Fraktion erfreute sich des gambischen Bieres Julbrew. Die 

Italiener hingegen taten etwas pikiert, als nur Bier und Softgetränke und 

kein Vino angeboten wurde, nahmen aber letztendlich mit dem Julbrew 

vorlieb.

Die angenehme Bootsfahrt, bedingt durch ein erfrischendes Lüftchen 

des Fahrtwindes sowie die abwechslungsreiche Landschaft, erfreute das 

müde Auge. Vorbei an den mächtigen Baobabs, Akazien, Kalebassen und 

Bambusgräsern wurde die Aufmerksamkeit auf architektonisch gleich aus-

sehende Vogelnester in den Bäumen gelenkt, welche in der Nähe des 

Flusses vor sich hin wuchsen. 

Der Bayer Erwin wollte Input: „Du, Numu, wos is denn des da für a Graffl 

in de Bäum da?“   

„Das sein Sommervilla von den kleinen Vogel da, genannt Dorfweber oder 

in Englisch Village Weaver, die so lustig umherfliegen. Im Winter fliegen 

sie wieder in die Dörfer oder Stadt und im Frühling sind sie wieder da.“ 

Na, ob das so einwandfrei war, was er da vom Besten gab, fragte sich 

manch einer, als ein wüstes „Schmarrn, blöder!“ von der Erna herüberge-

flogen kam.

Die Blicke wanderten am Flussufer auf und ab. Nach wiederkehrender 

Besinnlichkeit, das Elber schmeckte, Manni zerdrückte unter Gemecker 

eine Kakerlake auf den Planken, machte die italienische Fraktion auf sich 

aufmerksam. Sie schnatterten wie gewohnt gänsegleich und deuteten auf-

geregt auf das nahegelegene Flussufer. 

„Serpente, serpente, snake, look, look ...“

Numu und sein Kollege veranlassten den Skipper, das Boot zu drehen 

und zu halten. Alle erkannten, dass dort ein Riesenvieh von einer dunkel-

farbenen Schlange seine Bahnen durch das Gras zog. „Anakonda, very 

dangerous“, gab gekünstelt erschrocken der italienische Reisebegleiter 

mit dem Spitznamen „Lucky“ von sich. 

„Krass, Riesen-Anakonda wie im Film, jetzt frisst die uns.“ 50Cent hatte 

die Hosen voll und grapschte nach der Hand seines Muttkens. 

Schalke-Manne und Brigitte juckte das wenig, denn sie hatten mit ihrem 

Bier zu tun. Soeben wollte Manne zur Kühlbox.

„Ey, Alder, bleib hier, musste immer saufen, wenn et hier wat zum Gaffen 

jibt?“ Moni mischte ihren Manne ein wenig auf, der bedenklich nahe der 

Kühlbox entgegenrobbte. 

Numu entschlüsselte das Kriechgetier für die Neugierigen: „Ist Schwar-

ze Kobra. Sehr groß, vielleicht vier bis fünf Meter, und hat eben schon 

zum Mittag gegessen, erkennt ihr dicken Bauch und wie langsam kriecht. 

Schönes Exemplar. It’s fotoshooting time.“ 

Lucky übersetzte das Ganze nochmal für die italienische Fraktion und die 

Kameras wurden wie die gute alte Schiffsartillerie ausgefahren. 

Feuer frei. Ein unkontrolliertes wildes Geknipse prasselte ans Ufer in Rich-

tung Kriechgetier und jeder Hobbyfotograf versuchte die Szenerie einzu-

fangen, um dann später irgendwann in Europa an einem Bürocomputer 

den gaffenden Kollegen in übertrieben geschilderter Weise präsentiert zu 

werden. Nur – kein Einziger konnte brauchbares Fotomaterial auf Chip-

karte speichern. Dazu war das Boot zu weit weg oder die Kameras hierfür 

nicht geeignet, was man aus den allgemeinen Äußerungen entnehmen 

konnte.

Rasta-Svenja: „Nu, sehen wir vielleicht auch Nilpferde und Krokodile?“ 

Numu in seiner typischen Gelassenheit: „Wenn wir Glück haben, ja. Wenn 

wir Pech haben, nein. Habe noch keine SMS-Bestätigung von Chef-Hippo 

erhalten und Krokodil hat eben noch Mittag. Quatsch jetzt. Es gibt noch 

einige Nilpferdfamilien und einige Krokodile, etwas weiter flussaufwärts.“ 

Das Boot drehte wieder in seinen Kurs und das Bordessen wurde ange-

richtet. Es gab als Buffet verschiedene Salate, gegrillte Hähnchenteile und 

Reis. 

Einer nach dem anderen haute sich den Wams voll. Aus der Kühlbox ent-

nahm sich jeder Julbrew oder Softgetränke.

Nach getaner Arbeit machte es Martin den anderen Gästen nach und 

döste nach seinem zweiten Julbrew ein wenig auf der Bank. Seinen oliv-

farbenen Schlapphut zog er tiefer und sein matter Kopf fand Halt an einem 

Holzpfosten.

Plötzlich Aufregung und Geschrei: „Da, Nilpferde, eine ganze Gruppe, wie 

schön. Die kommen direkt auf uns zu. Schaut mal, wie süß die Kleinen da 

sind. Hier, hallo ihr lieben Nilpferde, wir sind hiiier.“ Rasta-Svenjas Stimme 

überschlug sich förmlich vor Freude. Sie deutete nervös erst mit ihrem 

Finger auf die fleischigen Gestalten des Wassers und fuchtelte dann mit 

den Armen wie ein zappelnder Hampelmann. 

Sofort hetzten die meisten der Bootsgäste unüberlegt auf die Backbord-

seite. Das Boot neigte sich mittlerweile in eine bedrohliche Schieflage. 

Numu und Lucky, beunruhigt und zum ersten Mal seit Beginn der Reise 

hektisch und laut: „Leute, lasst mal das Gefuchtel eben und schön cool  

bleiben. Setzt euch mal eben gleichmäßig links und rechts dahin, sonst 

kriegt das Boot eben noch Probleme und kippt aus den Latschen. No Hek-

tik please, no Hektik. Hippo macht nichts, wenn man nicht so nah an sie 

rankommt und schön ruhig bleibt. Die wollen nur Babys verteidigen. Alles 

No problem. Verteilt euch eben mal schnell gleichmäßig.“  

50Cent ganz kleinlaut: „Und wenn wir ins Wasser fallen, werden wir von 

den Viechern dann aufgefressen?“ 

„Nein, dich Mops können die Viecher mit einem Mal schlucken“, stichelte 

ES (etwas von der Queeren-Fraktion). 

Die Anweisungen Numus und Luckys wurden gänzlich ignoriert. Alle 

Touris beharrten auf ihrem Premium-Gafferplatz, nämlich auf der Seite 

der ankommenden Flusspferde, um die paar kleinen Babyflusspferde 

samt Live-Abenteuer mit den High-Tech-Geräten einzufangen. Doch 

die Hippos schienen alles andere als erfreut über die Anwesenheit  

der störenden, wild wedelnden und kreischenden Zweibeiner zu sein. Auf-

geregt schnauften und schwammen sie wie römische Rammgaleeren un-

ter einem beängstigenden Getöse mit einer respektablen Geschwindigkeit 

auf die zerbrechlich wirkende Nussschale zu. Monströse Ausmaße hatten 

mittlerweile diese Fleischberge und sahen alles andere als schnuckelig 

aus. Hatten überhaupt nichts gemeinsam mit den bekannten plüschigen 

Steifftierchen, wie sie da schäumend auf einen zuruderten.

Kommandos in einer Sprache, die von den Touris wohl niemand verstand, 

flogen durch die Luft. Es geschah dann alles recht schnell. Rums, und 

die Nussschale wurde durchgeschüttelt. Ein weiterer heftiger Stoß gegen 

den Rumpf des Bootes und noch einer ließen das Holz zerbersten. Ein 

verzweifelter Ruf von jemandem: „Sie sind in unser Boot gekracht. Hilfe 

...“. „Diabolo“, „Jesus“ und „Mamma mia“ kamen eindeutig aus dem be-

drängten italienischen Lager. Das Boot schlingerte und die Planken des 

Bootes knirschten gar fürchterlich. Holzsplitter flogen wie Schrapnelle 

durch die Luft. Glassplitter splitterten überall dagegen. Das italienische 

und das deutsche Geschrei verschmolzen zu einem angstvoll klingenden 

Hilfsgewinsel. 

Martin sah sich um, sah die große Machete in der dahinrollenden Wasser-

melone stecken und schnappte sich diese in einer eleganten Bewegung 

beim antrainierten Abrollen, als er durch die perfekt ausgeführte Rammak-

tion zu Boden gerissen wurde. Alle wurden auf das Bootsdeck und gegen 

die Wände geknallt. Das Boot hatte nun schnell extreme Schlagseite, die 

Schiffssirene pfiff wie die der leibhaftigen Titanic, SOS wurde vom Kapitän 

abgesetzt und wie in Zeitlupe kippte das Boot zur Seite. 

Alle rutschten oder plumpsten und fanden sich verstreut im dunklen Was-

ser wieder. Nach einer Sekunde der vermeintlichen Stille suchte Martin 

mit seinen Augen die Umgebung ab. Ein erst leises, dann lauter rufendes 

„Gitte, Gitte“ verstummte urplötzlich bei ihm, als er sich umdrehte. Das 

brodelnde und weiß aufschäumende Wasser deutete erneutes Unheil an.

Schon konnte Martin einen besonders großen, bösen, aggressiven  

Hippobullen mit weit aufgerissenem Maul auf eine Gruppe von Italienerin-

nen direkt neben ihm zuschwimmen sehen. Die bildhübschen Weiber 

schrien erbärmlich, wandten ihre Gesichter ab, um nicht in den Augen 

des Monsters den Tod erblicken zu müssen. Die letzten Sekunden ihres 

erbärmlichen Lebens zählten sie herunter und dann nahm Martin sich ein 

Herz. Seine heroische Pflicht als ritterlicher Gentleman bester Schule war 

für ihn eine aufopfernde Selbstverständlichkeit. Mit dem heldenhaften Mut 

eines Indiana Jones kraulte er, zu allem entschlossen, dem stinkenden 

Atem des Ungeheuers entgegen. Die Machete fest zwischen die Zähne 

geklemmt, das rote Stirnband um die Stirn gebunden, Rambo war nun-

mehr zu seinem eigenen Schatten degradiert worden. 

Ein ungleicher Kampf auf Leben und Tod entbrannte. Das Geschrei der 

Frauen drang an seine Ohren, bis er im heldenhaften Gefecht unter Was-

ser gedrückt wurde. 

Stille, dann Blasen, ein kleiner Punkt Helligkeit über ihm – und er schnellte 

aus dem Wasser wie ein Atom-U-Boot. 

Im entscheidenden Moment hob Rambo-Martin den Arm mit voller Kraft 

und stach diesem 20-Tonnen-Ungetüm die Machete direkt ins funkelnde, 

eiskalt blickende Auge. Der Stich war kühl berechnend, gnadenlos, erbar-

mungslos, hemmungslos, anstandslos. 

Ein lang gezogener Todesschrei des Monsters, blutrot schäumendes 

Wasser, und das Teufelstier wurde in den Schlund der Tiefe des Flusses 

gezogen. Verletzt, taumelnd, doch die Hand hoch aus dem Wasser zum 

Himmel gestreckt, mit dem gespreizten V als Zeichen des Triumphes und 

einem befreienden „Ich lebe noch, ich lebe noch, mir geht es gut“ sah er 

auf die prallbusigen Titten, welche von den zujubelnden Amazonen Ita-

liens durch die durchnässten T-Shirts zu ihm blickten, dann verließen ihn 

seine titanischen Kräfte und es wurde dunkel um ihn. Ein noch letztes, 

weit entfernt graziles Winken, die vielen zärtlichen Handküsse vernahm er 

noch dämmrig in seine Richtung von der schönen, geretteten Weiblichkeit, 

dann wurde ihm warm ums Herz, der Held entrückte nun endgültig der 

Realität ...! 

„Martin, ey, Martin, wach doch auf und fuchtele nicht so nervös mit den Ar-

men. Was ist denn los mit dir, fantasierst hier und babbelst vielleicht einen 

Scheiß. Hast du so feste gepennt? Der Numu will was sagen, sperr mal 

deine Ohren auf und setz dich mal wieder ordentlich hin. Völlig nassge-

schwitzt bist du.“ 

Gitte beförderte ihren Martin mit einem Knuff gegen seine Seite in die 

Realität zurück.

 

Mehr aus Gambia im Buch...

 


Zum Buch

 

Über Facebook bekam ein gewisser Martin Stengele, den
wir aus dem Wendezeitroman `Wild Wild Ost´ bereits kennen, Kontakt zu einem gleichaltrigen User aus Gambia. Ihre Väter mussten sich in einem kleinen Örtchen namens Dien Bien Phu, nicht weit von China und in der Nähe von Laos begegnet sein. Damals in der Schicksalsschlacht 1953 oder 1954 hatten sie möglicherweise Kontakt zueinander.

 

Um den redlich verdienten Urlaub zu verbringen und dabei seinen Wissensdurst zu stillen, packte ihn eine treibende Neugier. Mit seiner Frau flog er nach Westafrika um seine Facebook-Bekanntschaft zu treffen und Zeitzeugen zu befragen.


 Wenn reisewütige Repräsentanten aus Deutschland
unterschiedlichen Alters, im kleinsten Urlaubsland Afrikas ihren Urlaub verbringen, dann kann man davon ausgehen, dass dies einen respektablen Durchschnitt der bundesrepublikanischen Urlaubskultur wiederspiegelt.


 Doch gibt es im schwarzen Afrika viele Gefahren und viele Fragen:


 Können wir davon ausgehen, dass der Gastgeber seine Gäste aus der sogenannten ersten Welt, als gleichberechtigte Rasse begrüßt oder trifft es auf Arroganz und Hochmut?


 Gibt es im eingeklemmten Land zwischen dem Senegal gefährliche Löwen und Hyänen, die
etwas von dem weitgereisten weißen Speck abhaben wollen oder sind dies nur Hirngespinste
touristischer Prahlereien?


 Wenn Flusspferde Touristenboote rammen, sind dies dann mörderische Bestien oder beschützen die Elterntiere nur ihren Nachwuchs?


 Verspeisen dort im Land entlang des Gambia-Flusses die Menschenfresser am liebsten Vegetarier oder doch nur richtiges Fleisch?


 Kann man als ausländischer Gast dem einheimischen Hotelangestellten einen Plastiksack voll Schwarzgeld anvertrauen oder verschwindet er und war mal längste Zeit
einheimischer Hotelangestellter?


 Kann man Krokodile streicheln oder ist man hinterher dem Orthopäden ein guter Freund?


 Können sich Affen am Tisch benehmen oder gehen sie lieber Angeln?


 Ist man Moskitoangriffen schutzlos ausgeliefert oder kann man sie mit einem Ventilator bekämpfen?


 Waren Sklavenjäger Sportskameraden oder der Polizeichef nur ein Spielverderber?


 Sind große Ansammlungen von Steindildos Fruchtbarkeitssymbole oder sind die Megalithen kosmischen Ursprungs?


 Sind Schalker immer nur Königsblau oder sehen Tunten alles nur durch eine rosa Brille?


 Eignen sich Briten als Darwische oder besser als Freischneider?


 Sorgt Natural Viagra für einen strammen Max oder macht es dich matt?


 Gibt es einen Schlüssel in die Vergangenheit oder gibt es für Kinder nichts zu essen?


 Sind die Malariaviren tatsächlich so groß, dass man sie mit dem bloßen Auge sehen kann oder wurde im Fieber fantasiert?


 Gibt es einen deutschen Drillmaster für Gambias Marines oder existiert General von Lettow-Vorbeck noch?


 Treiben tote Seelen vor Afrikas Küste oder leben Seefahrer in hölzernen Masken?


 Kann man leben wie Gott in Gambia oder nur benehmen wie Narren aus Alemannia?


 Lächeln gambische Gefangene gerne im Knast oder ist Steve Urkel nur ein Double?


 Sind Bumster gute Schnellläufer oder mögen sie kein Wasser?


 Darf man deutsche Polizisten winken oder ist man dann in Afrika?


 Fragen über Fragen und nur das Buch kennt die Antworten... siehe auch im Shop von mir
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Karrikaturen: Georg Zitzmann aufs Bild klicken